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Der Staat fängt an, den Zugriff auf das Internet zu beschränken. Er will damit Straftaten verhindern. Wir zeigen, warum die Netzsperre problematisch ist und wie Sie sie umgehen.
Fünf große deutsche Internet-Provider verpflichteten sich am 17. April 2009 freiwillig dazu, gemäß einer täglich aktualisierten Liste des Bundeskriminalamtes (BKA) eine Internetsperre für strafbare Inhalte einzurichten. Das Problem: Was darunter fällt, bestimmt das BKA allein. Es sind keine richterlichen oder parlamentarischen Kontrollen vorgesehen. In einem zweiten Schritt soll die Internetsperre für alle Provider per Gesetz bindend werden. Dabei sollen die Provider auch speichern, wer versucht hat, auf die verbotenen Adressen zuzugreifen. Wer unbeabsichtigt über eine maskierte Adresse, zum Beispiel per TinyURL, auf eine gesperrte Adresse weitergeleitet wird, könnte so völlig unschuldig ins Fadenkreuz der Ermittlungen geraten.
Zensur, nein danke: Wenn das Gesetz kommt, wird es wahrscheinlich nur für die Provider gelten und diese verpflichten, die Internetsperre einzurichten. Für den einzelnen Nutzer wird es aber keine Verpflichtung geben, sich der Internetsperre zu unterwerfen. Somit ist es nur eine technische, keine juristische Angelegenheit, die Internetsperre zu überwinden.
Die Technik hinter der Internetsperre: Das momentan geplante Verfahren der Internetsperre sieht vor, unerwünschte Sites auf DNS-Ebene auszusperren. DNS steht für "Domain Name System". Das ist die Datenbank, die jedem Rechner-Namen, etwa www.pcwelt.de, eine IP-Adresse zuordnet, unter der dieser Computer im Internet erreichbar ist - in diesem Fall 217.111.81.80.
Für Sites, die auf der BKA-Sperrliste stehen, geben die DNS-Server Ihres Internet-Providers dann statt der korrekten IP-Adresse eine andere zurück, die auf einen Server mit einem Warnhinweis in Form eines Stoppschilds führt.
Um die Internetsperre zu umgehen, verwenden Sie selbst gewählte DNS-Server statt denen Ihres Internet-Providers. Wie das funktioniert, lesen Sie auf den folgenden Seiten. Wichtig: Sie müssen den DNS-Server nur an einer Stelle ändern - entweder zentral in Ihrem Router oder an jedem angeschlossenen PC.
DNS im Router ändern

Um den DNS im Router zu ändern, starten Sie das mitgelieferte Konfigurations-Tool, oder rufen die Web-Oberfläche zur Konfiguration laut Anleitung auf. Der konkrete Menüpunkt, unter dem Sie alternative DNS-Server im Router eintragen, kann je nach Modell und Firmware variieren. Suchen Sie nach Punkten wie "Erweiterte Einstellungen", "Advanced Settings", "WAN", "DNS" oder "Static DNS". Hier tragen Sie die beiden Adressen von Opendns 208.67.222.22 und 208.67.220.220 in die Maske ein und speichern Ihre Änderungen. Alternativ können Sie den DNS im Router auch auf einen Server aus dieser Liste ändern.
DNS in der Fritzbox ändern

Im Konfigurationsmenü gibt es keine Option, der Fritzbox alternative DNS-Server zuzuweisen. Daher beschreiben wir einen Trick: Exportieren Sie die Fritzbox-Konfiguration über "Einstellungen, System, Einstellungen sichern" und öffnen Sie die heruntergeladene Konfigurations-Datei in einem Editor. Benutzen Sie aber nicht das Windows-eigene Notepad, sondern die Freeware Notepad++ oder einen anderen Editor, der die Datei strukturiert korrekt anzeigt.

Suchen Sie mit nach "overwritedns1" oder "overwrite_dns1". Ändern Sie jeden der gefundenen Einträge auf 208.67.222.222 ein, um den ersten DNS in der Fritzbox zu ändern. Achten Sie auf das abschließende Semikolon (
. Verfahren Sie mit den Einträgen "overwritedns2" beziehungsweise "overwrite_dns2" nach dem gleichen Schema, aber geben Sie hier die Adresse 208.67.220.220 ein, um den zweiten (Backup-)DNS in der Fritzbox anzupassen. Speichern Sie die Datei und laden Sie sie über "Einstellungen, System, Einstellungen sichern", Registerkarte "Wiederherstellen", in die Fritzbox hoch. Nach einem Neustart haben Sie den DNS in der Fritzbox geändert.
DNS in Windows XP ändern

Um den DNS in Windows XP zu ändern, wählen Sie in der Systemsteuerung "Netzwerk- und Internetverbindungen" und dann "Netzwerkverbindungen". Klicken Sie dann mit der rechten Maustaste auf Ihre Verbindung, und wählen Sie aus dem Kontextmenü "Eigenschaften". Wählen Sie den Eintrag "Internetprotokoll (TCP/IP)", und klicken Sie auf die Schaltfläche "Eigenschaften". Hier aktivieren Sie die Option "Folgende DNS-Serveradressen verwenden" und tragen unter "Bevorzugter DNS-Server" den Wert "208.67.222.222" und für "Alternativer DNS-Server" den Wert "208.67.220.220" ein. Bestätigen Sie alles mit "OK". Dadurch haben Sie den DNS in Windows XP geändert.
Bitte beachten Sie: Die Geräte in Ihrem internen Netzwerk (zum Beispiel Router und Netzwerkdrucker) sind nun nur noch über ihre IP-Adresse und nicht mehr über ihren Domainnamen erreichbar.
DNS in Windows Vista ändern

Um den DNS in Windows Vista zu ändern, klicken Sie unter "Systemsteuerung" in der Kategorie "Netzwerk und Internet" auf den Link "Netzwerkstatus und -aufgaben anzeigen". Klicken Sie hier auf "Status anzeigen", dann auf die Schaltfläche "Eigenschaften". Bestätigen Sie die Nachfrage der Vista-Benutzerkontensteuerung mittels der Schaltfläche "Fortsetzen". Dann wählen Sie den Eintrag "Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4)" und klicken auf die Schaltfläche "Eigenschaften". Aktivieren Sie hier die Option "Folgende DNS-Serveradressen verwenden". Tragen Sie unter "Bevorzugter DNS-Server" den Wert "208.67.222.222" und für "Alternativer DNS-Server" den Wert "208.67.220.220" ein, und bestätigen Sie alles mit "OK". Dadurch haben Sie den DNS in Windows Vista geändert.
Bitte beachten Sie: Die Geräte in Ihrem internen Netzwerk (zum Beispiel Router und Netzwerkdrucker) sind nun nur noch über ihre IP-Adresse und nicht mehr über ihren Domainnamen erreichbar.
DNS-Einstellungen testen

Der Eingriff in die DNS-Konfiguration eines Rechners oder Routers ist tiefgreifend und entscheidend für die Internet-Anbindung. So testen Sie, ob DNS richtig funktioniert: Öffnen Sie unter "Start, Alle Programme, Zubehör" eine Eingabeaufforderung und probieren Sie eine manuelle Auflösung von Namen zu IP-Adresse:
nslookup pcwelt.de
liefert sowohl die IP-Adresse unseres Web-Servers als auch die vorangestellte Information, von wo diese stammt. Haben Sie erfolgreich auf Open DNS umgestellt, ist die Quelle "resolver1.opendns.com", ansonsten sehen Sie hier den DNS-Server Ihres Providers.
Auch wenn Sie in Ihrem Browser die Web-Seite www.opendns.com aufrufen, sehen Sie den aktuellen Status: Nach der DNS-Umstellung auf Open DNS steht dort "Manage your DNS settings (You’re using OpenDNS!)", ansonsten "Start using OpenDNS (It’s free.)".
MfG
__________________ Alle sagten, das geht nicht!
Dann kam einer,der wusste das nicht -und hat´s gemacht!!
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